Grenzsteine

Wir befinden uns hier an der Grenze dreier Kantone: Aargau, Solothurn und Basel Landschaft (Baselbiet / Baselland). Die Grenzen zwischen diesen Kantonen werden durch sogenannte Grenzsteine markiert. Ein solcher Grenzstein weist üblicherweise diverse Merkmale auf: Auf der Vorder- und Rückseite die entsprechenden Kantonswappen, auf den schmalen Seiten eine mehr oder weniger fortlaufende Nummer und - auf der gegenüberliegenden Seite - die Jahreszahl des Grenzsteines. Auf der oberen Seite befindet sich in der Mitte eine Vertiefung von wo aus 2, manchmal auch 3 Linien hinausgehen. Diese Linien zeigen in die Richtung des nächsten Grenzsteines.  Dann gibt es auch noch sogenannte Zwischen-Grenzsteine, welche erst später angebracht wurden, da  sich die Hauptgrenzsteine zu weit auseinander befanden und es "Streitigkeiten" zwischen den Kantonen gab. Natürlich würde man auf den Hauptgrenzsteinen die Kantonswappen der Kantone Aargau, Solothurn und Baselbiet erwarten, doch findet man vielerorts noch den Berner Bären und  an diversen Orten das Wappen von Vorderösterreich (denke dabei an den Grenzstein auf der Salhöhe). Der Kanton Aargau wurde erst 1803 gegründet! Dann gibt es auch noch den Begriff "Heraldik". Der Berner Bär sollte immer mit dem Gesicht nach innen, zum anderen Kanton, zeigen und nicht mit dem Ar*** (eben). 

Auf meinen Touren in meinem Jurapark habe ich viele Grenzsteine gefunden, viele bleiben noch zu entdecken. Besonders in Erinnerung bleibt mir die Suche nach dem Grenzstein im "Heimatlosen-Land", an der Grenze der drei Kantone Aargau, Solothurn und Baselland unweit der Ortschaften Kienberg, Wittnau und Anwil /Ammel (die nachfolgenden vier Aufnahmen). Für die letzten 100 Meter habe ich etwa eine Stunde gebraucht, der direkte Zugang war von umgestürzten Bäumen im überwucherten Bachbett gesperrt. Von der Westseite her kommend erreichte ich ihn nach einem Steilabstieg auf einem glatten Hang. Die Frage war nicht so sehr "wie komme ich dorthin", sondern "wie komme ich dort wieder hinaus". Die Tatsache, dass ich dies jetzt schreiben kann, weist daraufhin, dass ich es geschafft habe.  Mein Rat: Tue es mir bitte nicht nach, es ist nicht ohne Gefahr.

Der "dreier"-Grenzstein auf der Sa(a)lhöhe

Seit 1768 steht Grenzstein Nr. 562 hier oben auf der Salhöhe. Auf der Ostseite prägt das Wappen von Vorderösterreich, auf der Nordwestseite dasjenige vom Kanton Solothurn und auf der Südwestseite der Berner Bär. Erst unter Napoleon, 1803, wurde der Kanton Aargau gegründet, das Fricktal, bisher unter vorderösterreichischer Herrschaft, war jetzt Teil des neuen Kantons und somit auch Teil der Schweiz. Unweit dieses Grenzsteines, auf der anderen Strassenseite, befindet sich das Waldgasthaus Chalet Saalhöhe Kienberg, bekannt u.a. für den hausgemachten Flammkuchen. Vom Aussichtspunkt aus - nur wenige Meter vom Grenzstein entfernt - fällt das Auge im Osten auf den Strihe, den Striegüpfel, den Asperstrihe und auf die Wasserflue. Weiter nördlich reicht bei klarem Wetter die Sicht bis Deutschland. Unten im Tal befinden sich die Pilgerhöfe. Übrigens: Dieser Grenzstein markiert auch die Grenze zwischen den Gemeinden Kienberg (SO), Oberhof (AG) und Erlinsbach (AG).

PS: Man trifft hier beide Schreibweisen "Salhöhe" und "Saalhöhe" an (siehe auch unter "Home").

Der Rumismatt- Grenzstein

Mit etwas Stolz hatte ich am 10. April 2022 einen Grenzstein gefunden, welcher nicht auf der Online-Karte des Kantons Aargau (siehe Link oben) vermerkt war. Ich habe ihn gemeldet, am 13. Juni 2022 wurde er aufgenommen (Rumismatt, Südseite).  Die Aufnahme links datiert vom 7. Mai 2022,  das Moos oben auf dem Stein wurde bei der Begehung seitens Kanton entfernt (wie ich auch bei späteren Aufnahmen feststellte). Das Datum dieses Grenzsteines ist unbekannt, der Stein datiert aber aus einer Zeit vor 1803, da auf der  Ostseite das Wappen von Vorderösterreich prägt.

Oft habe ich diesen Stein seit der "Entdeckung (oder Wiederentdeckung)" fotografiert.

Auf der Rumismatt....

.. befindet sich noch ein zweiter Grenzstein und zwar auf der Nordseite bei der kleinen Hütte.

Der Stein im rechten Bild befindet sich etwas östlich der Hütte im Wald und kann ich nicht wirklich als Grenzstein orten.

Der Räbenchopf-Grenzstein

Würde der Räbenchopf (876 m) ca. 50 Meter östlicher liegen, dann wäre dies der höchste Gipfel im Kanton Aargau und nicht der Stierenberg (872 m) bei Menziken / Burg (AG) an der Grenze der Kantone Aargau / Luzern. Hier steht still und leise ein Grenzstein aus 1732, geprägt mit den Wappen von Solothurn und Vorderösterreich. Er ist nicht einfach zu finden, es führt kein Wanderweg hinzu.

1.1.2024

Flechten auf dem "Räbner"-Grenzstein (1.1.2024)

Dank dem Verband "Schweizer-Wanderwege" (wovon ich auch Gönner bin) wird in der Schweiz ein gigantisches Netzwerk von Wanderwegen gepflegt und markiert. Zwischen den Wegweisern findet man eine Grosszahl an gelben Wanderrhomben, oft auf Bäume angebracht, oft auch aus Metall. Viele dieser Wanderrhomben aus Metall tragen das Wappen des jeweiligen Kantons, oft noch mit der Beschriftung "Wanderweg" (entsprechend mit "Sentier" oder "Sentiero", je nach Sprachregion). Obwohl die untenstehende Rhombe das Wappen des Kantons Aargau trägt, befindet sie sich im Kanton Solothurn (siehe Karte: Links Solothurn, rechts Aargau, die Kantonsgrenze ist rosarot markiert).

Interessant: Als ich hier am 10. Dezember 2023 nach langer Zeit wieder mal vorbei kam, fand ich diese Wanderrhombe nicht mehr auf.

Auf dem Mülacker.....

... befindet sich dieser Grenzstein. Im Sommer ist er nicht einfach zu finden, da er sich im Gebüsch befindet, gut versteckt hinter den vielen Blättern.

DER Aargauer Grenzstein

Für mich ist es der schönste Grenzstein. Er steht südlich der Burgflue (Grenze AG/SO), gerade bevor man den Abstieg dorthin macht. Als ich ihn das erste mal sah, stand er noch im dichten Wald. Wie gross war mein Schock als ich am 14. Januar 2022 feststellen musste, dass sämtliche Bäume dem Stein gegenüber gerodet waren. Am 12. Dezember 2021 standen diese Bäume noch alle (siehe unter "Jahreszeiten im Jurapark / Winter hinter der Salhöhe: Der Grenzstein im Schnee). Die beiden letzten Aufnahmen zeigen dies eindrücklich.

DER Aargauer Grenzstein - Solothurner Seite

So sieht die Solothurner Seite dieses Grenzsteines aus. Hier sieht mach auch noch deutlich das damals noch existierende Waldstück auf der Aargauer Seite

Auf Entdeckungstour durch meine vielen, vielen Fotodateien.....

Auf der Burgflue

Ein "Dreier-Stein" auf der Burgflue, stehend im Kanton Solothurn (K = Kienberg) mit der Nase in Richtung Kanton Aargau (W = Wölflinswil, O = Oberhof). Der Stein ist in den Boden eingelassen, im Sommer manchmal überwuchert.

Unten am Juratritt (Nordabstieg der Burgflue)... 

...befindet sich der nachfolgende "Würfel"-Grenzstein (KB = Kienberg, die andere Seite trägt die Buchstabe W von Wölflinswil)

Beim Schilthof


Hier befindet sich ein ziemlich verwitterter, runder Stein. Obwohl die Onlinekarten des Kantons Aargau besagen, dass weder Inschriften noch Jahreszahl vorhanden bez. lesbar sind, sind die Buchstaben KB (Kienberg) und WW (Wölflinswil) deutlich sichtbar. Auch sind die erste und die letzte Jahreszahl (1 und 5) auszumachen, die mittleren zwei Zahlen sind leider nicht lesbar. 

Weitere Grenzsteine

Die Liste der obenerwähnten Grenzsteine ist natürlich noch nicht komplett. Ich werde sie vielleicht noch mit weiteren Aufnahmen ergänzen, es braucht halt etwas Zeit und Geduld.

Südlich der Salhöhe...


... schneidet der Kanton Solothurn ein Stück aus dem Kanton Aargau weg. Hier befinden sich, tief im Wald versteckt, 4 Grenzsteine aus  dem Jahr 1764.  Die nachfolgenden Grenzsteine befinden sich v.l.n.r. im  roten, blauen, gelben bzw. grünen Kreis. Sie waren teils schwierig zu finden.

Zwischen Salhöhe und Geissflue

Der Jurahöhenweg Nr. 5 verläuft zwischen der Salhöhe und der Geissflue durch 3 Kantone. Der Start liegt im Kanton Solothurn (Salhöhe, siehe weiter oben), aber sehr rasch überschreitet man (ziemlich unbemerkt) die Grenze in den Kanton Aargau, die Grenzsteine stehen nämlich gut versteckt im Wald. Der aufmerksame und neugierige Wanderer würde aber bemerken, dass sich die Kantonsgrenze nachher nur ca. 10-20 Meter nördlicher befindet. En passant befindet sich auch der höchste Punkt im Kanton Aargau, 908 müM (Wegweiser vorhanden). Kurz darauf verlässt man den aargauer Kanton definitiv. 

Westlich der Barmelweid....

... auf einem Steilhang im Wald, schwierig auffindbar, wäre er nicht markiert. Zuerst war ich der Meinung es sei der blau angemalte Stein, bis ich etwas weiter nochmals einen solchen blauen Stein sah. Etwas weiter oben sah ich dann den Holzstab, oben grün markiert. Dort lag er dann, halbwegs im Boden versenkt. Zur Info: Punkt 908 ist der höchste Punkt im Kanton Aargau.

Auf dem Barmelweid-Gelände

Die Kantonsgrenze Aargau-Solothurn verläuft quer über das Gelände der Barmelweid-Klinik westlich der Salhöhe (Bus 2 ab Aarau - Erlinsbach), markiert durch einen besonders schönen Grenzstein (im Schatten eines Baumes). Die Gebäude befinden sich im Kanton Aargau, der Stall für die Geissen und Geissböcke (im roten Kreis) aber im Solothurnischen

Zwischen Barmelweid und Erlinsbach

Still und leise stehen sie im Walde, auf der Wiese, am Strassenrand, Zeugen einer fernen Vergangenheit. Nachfolgend Nr. 1 und 2 (rot), Nr. 3 (blau), Nr. 4 und 5 (grün), Nr. 6 (gelb), Nr. 7 (orange) und Nr. 8 (schwarz)

Die Gemeinde Kienberg im Norden ist nur auf einer Länge von ca. 150-200 m mit dem Kanton Solothurn verbunden und bald findet man eine grossen, dreieckigen Grenzstein mit auf 2 Flächen das Solothurner Wappen und auf der Rückseite das Wappen vom Kanton Baselland. Der Wanderweg zum Geissflue-Gipfel verläuft ab hier haarscharf über die Kantonsgrenze Solothurn - Baselland. Wenn man auf dem Gipfel eine Pause einlegt und sich auf die Bank hinsetzt befindet sich die menschliche Sitzfläche im Kanton Solothurn, die Füsse aber im Baselland (Aufnahme unten rechts).

Leider ist die Sammlung noch nicht komplett.

Nördlich der Geissflue


Nachdem ich am 10. Februar 2023 auf der Wiese unterhalb der Geissflue den Sonnenaufgang einfing , stieg ich bei der Kantonsgrenze Aargau - Solothurn (erstes Bild, an einem anderen Zeitpunkt aufgenommen) auf der Nordseite ab. Dabei fand ich einen ersten Grenzstein an der Grenze der beiden Kantone Solothurn - Baselland, kurz darauf einen Zweiten (Aufnahmen zwei und drei). Es muss sich aber noch einen Grenzstein weiter oben befinden (für ein nächstes Mal), bevor man den Stein auf dem Schnäpfenflüeli antrifft. Weiter unten am Schnäpfenflüeli befindet sich der Stein in der unteren Reihe links. Der nächste Stein befindet sich dann erst wieder bei der Ruine Alt-Kienberg (untere Reihe, zweiter Stein). Erst dann trifft man den Grenzstein im schwarzen Feld oben an. Hier befindet man sich bereits oberhalb der Gemeinde Anwil (dort sieht der geübte Grenzstein-Sucher einen Grenzstein weiter unten auf einer Wiese). 

Zwischen Kienberg und Oltingen

Eines Tages 2022 lief ich von Kienberg nach Oltingen, als ich bei diesem Grenzstein einem Wanderer begegnete. Ich wünschte ihm herzlich Willkommen im Kanton Solothurn. Er war erstaunt, er meinte er sei im Kanton Aargau. Ich befand mich mittlerweile bereits im Kanton Baselland als ich ihm sagte "nein, schauen Sie Sich das Wappen auf dem Grenzstein an".

Der Leutscheberger Stein

Südwestlich der Geissflue liegt der Leutscheberg. Der Jura-Höhenweg Nr. 5 führt daran vorbei, aber nicht hinüber. Mehrmals war ich auf dem Gipfel (925 müM), wo sich ein dreieckiger Grenzstein aus dem Jahr 1682 befindet. Das erste Mal lief ich über den Grat (kein Pfad), fand dann später einen einfacheren Weg hinauf (obwohl nicht auf der Karte eingezeichnet). Läuft man ca. 100 m weiter westlich (etwas klettern ist erforderlich) hat man eine schöne Aussicht auf den Zeglinger Bergmatten.

Der Asperstrihe, eine besondere Geschichte?

Als ich Februar 2022 auf dem Asperstrihe war, fiel mir ein Grenzstein mit - auf der Südseite - der Buchstabe "A" auf. Ich dachte damals nichts dabei. Am 25. Februar 2023 (im Gespräch mit dem Besitzer des Hofes auf dem Benkerjoch) erfuhr ich, dass ein Teil des Asperstrihe früher mal der Stadt Aarau gehört habe, daher das "A".

Beim Benkerjoch treffen sich die drei Gemeinden Oberhof, Küttigen und Densbüren - Asp. Östlich des Benkerjochs verläuft die Grenze der beiden letzten Gemeinden. Am 15. März 2023 startete ich beim Grenzstein 52 (auf der Karte beim roten Punkt) und bestieg den Steilhang bis Grenzstein 50 (gelber Punkt).

Ab hier verläuft die Grenze in nordöstlicher Richtung (gelbe Linie). Unweit des obengenannten Grenzsteins 50 befindet sich ein Grenzstein mit der Nummer 54. Hier verläuft auch ein Pfad (viertes Bild) und die Grenzsteinnummern gehen zurück. Auf der Nordseite der Steine befindet sich bis weit oben die Buchstabe "A" auf der Südseite steht ein "B". Obwohl hier früher möglicherweise die Grenze zwischen dem Kanton Bern und Vorderösterreich verlief, kann "B" doch nicht für Bern stehen. Oder doch? Ein weiterer Grenzstein, wieder mit der Nummer 50, trägt auf der Seite die Jahreszahl 1898 und auf der Frontseite die Zahl 1765. Habe ich evtl. die Nummer 51 verpasst, oder existiert dieser Grenzstein nicht mehr?

Interessant: Gemäss Onlinekarten Kanton Aargau (der Link befindet sich ganz oben) steht "B" für Oberamt Biberstein und "S" (auf der Rückseite des Steines 50) für Schenkenberg (Berner Aargau) und datiert Grenzstein 50 aus 1765.

Grenzstein 50 aus 1898 oder doch aus 1765 (Frontseite)?


Oben auf den Gratweg angekommen:  Die Grenzsteine tragen wieder die Buchstabe "A" (im Hintergrund des ersten Steines ist die Wiese auf der Ostseite des Asperstrihe auszumachen). Der kleine Grenzstein steht gerade unter dem Geländer bei der Aussichtsterrasse (beim blauen Punkt). Der  Stein auf den letzten beiden Aufnahmen, Vorderseite  mit der Buchstabe "A" und Rückseite mit der Jahreszahl 1775,  datiert aus einer Zeit vor der Französichen Revolution (1789 - 1799), vor Napoleon Bonaparte (1799 - 1814 + 1815) und der Gründung des Kantons Aargau 1803 unter Napoleon. Wir befinden uns bereits auf der blauen Kurve auf der Karte.

Die nächsten acht Grenzsteine befinden sich auf dem "Rundum"-Grat des Asperstrihe, obwohl die Karte hier keine Grenzlinie mehr zeigt. Immer noch trifft man auf die Buchstabe "A" . Im Internet habe ich bis anhin keinen einzigen Hinweis zu dieser "Aarauer-Geschichte" gefunden. Neulich (November 2025) erfuhr ich, dass A für Österreich stehen könnte, da hier früher offenbar die Grenze zu Vorderösterreich verlief. Nur.... Wurde damals (1765) für Österreich schon die Buchstabe A verwendet? Der Grenzstein auf der Salhöhe verwendet für Vorderösterreich die Buchstaben VO und nicht A. Somit finde ich diese Geschichte als wenig glaubhaft.

Wo einst die Nordgrenze des Kantons Bern verlief....


An der Grenze der Gemeinden Herznach /  Densbüren (Bider 1-3) und Herznach / Densbüren / Wolflinswil (rechts). Der Stein auf den Bildern 2 und 3 datiert aus 1597!

Alte Grenzsteine sind oft ein wahres Flora-Paradis

Der "umstrittene" Grenzstein

In den Wäldern nördlich der Schinageflue befindet sich der sogenannte "umstrittene" Grenzstein. Die Geschichte kenne ich zwar nicht, im Bodmer's Marchbuch Band 2 findet man gewisse Hinweise.

Links: Der "umstrittene" Grenzstein. 2 von rechts: Der offizielle Grenzpunkt zwischen den Gemeinden Wölflinswil und Densbüren, ca. 15  m entfernt. Rechts: Seite 32 aus Bodmer's Marchbuch Band 2. 

In den nachfolgenden Texten aus Bodmer's Marchbuch Band 2 findet man mehrmals Hinweise zum Namen "Schinagelflue (oben im blauen Kreis)": Schinnenflue, Schin-Nägel.  Was ein Schinnagel ist habe ich noch nicht herausgefunden, ist aber auch ein Familienname, welcher offenbar von einem Beruf stammt. Mittlerweile habe ich auch erfahren, dass ein Schin ein Säumerpfad  oder ein Verbindungsweg sein könnte. Im Kanton Graubünden gibt es einen Weg mit dem Namen "Alter Schin". Vielleicht gab es einen Verbindungsweg vom Fricktal aus ins Mittelland, welcher über die Schinagelflue führte?

Allhier In der Streichen-Matt

ligt der stritige Marchstein, der
Ao. 1705 nicht hat können gesetzt werden,
desshalben auch die March-Linien nicht
illuminiert worden, weilen selbige
noch nicht gezeigt werden können,
die Erste Linien zeigen die Österricher;
die andere forderen die Urbarij:
die dritte aber heüschen die Urbarij
dunkel: die Nathur aber zeigt solche,
und forderen alle drey Linien, die Schinnen-
fluh, welches allein die Ursach ist, weil
keine Parthey der anderen ihre ge-
zeigte Schinnenfluh annemmen will.
Ist also dieser Stein unaussgemacht
ligen blieben, biss auf bessere Bericht
an welchem Orth die Schinnenfluh
seye.

Ich habe aber auss allen Umbständen deren über
100. da gewesen, gefunden, dass die Mittlere Linien die
Rechte Schinnenfluh zeige, in deme daselbst die fluh zu
einer Landtstrass durchbrochen, und darbey ein alter
Lindiger Stöder staht, darinn drey yserne Schin-Nägel ge-
schlagen, darvon sie den Nahmen hat, gezeigt worden.
Hierbey ist gewesen Bernerseits: der WohlEdle ?.
Junkeer
Obervogt Effinger von Schenkenberg, und Herr zu Wildegg, Herr Obervogt Wagner von Biberstein, Samuel Bodmer, Geometra Samuel Otth, Hr. Schultheiss Fröhlich von Brugg Alss Landtschreiber von Schenkenberg, und eine schöne Anzahl von Undervögten, und Landtleüthen.
Östereichischerseits aber; Zwey abgesandte von Freyburg,
der Vogt von Rhynfälden, viel Undervögt sambt ihren
Gemeinden. Von dieser Schinnenfluh die Höche dess Vorderen Streichenbergs hinauf, daselbst stehet ein Stein: Von der Höche wider herunder von Stein auf Stein biss in die Bänkertstraass, so man von Küttingen kombt, alss der letste Stein vom Ambt Schenkenberg, vnd der Erste dess Ambts Biberstein, allda eine Neüwe Landstraass auf Basel soll gemacht werden.

Unterhalb der Schinagelflue.... 


.... (und oberhalb des oben erwähnten "umstrittenen" Grenzsteins befindet sich noch ein weiterer Grenzstein aus dem Jahr 1899. Dieser Stein trägt, jeweils auf einer anderen Seite, die Buchstaben WW, D und H. Verlief die Grenze der Gemeinde Herznach mal bis hierhin oder hatte die Buchstabe H eine andere Bedeutung?